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Thomas radelt..


Kleine Waldspazierfahrt


Gestern abend bin ich beim Surfen auf diese Seite hier gestoßen, und ich dachte mir: "Das probierst du auch mal!"

Bei dem tollen Wetter heute packte es mich, ich streifte mir eine Shorts über, nahm mein Fahrrad und fuhr die eineinhalb Kilometer zum nächsten Wald.

Gleich im Wald packte ich die Shorts auf den Gepäckträger und radelte nur in Turnschuhen weiter. Herzklopfen! Es war schließlich meine erste Erfahrung dieser Art.
Zuerst fuhr ich recht langsam, damit ich schnell umdrehen könnte, wenn mir Leute entgegenkamen. Aber der ganze Weg war leer.

Ich fuhr zunächst einen kleinen Rundweg, den ich schon kannte, und, wieder am Ausgangspunkt angekommen, fuhr ich weiter und bog in einen Weg ein, den ich noch nicht kannte.

Es machte unheimlich Spaß, so splitternackt die Gegend zu erkunden und herauszufinden, wohin die Wege gingen. Mit der Zeit entspannte ich mich auch etwas.
(Was mich erstaunte: als ich am Abend vorher über die Sache nachdachte, erregte es mich ganz furchtbar, ich hatte eine Stunde lang einen Ständer. Beim Fahren überhaupt nicht, es machte einfach Spaß!)

>>>    


.. nackt im Wald !





Nach etwa einer halben Stunde kam mir ein Radfahrer entgegen. Fluchtreflex! Ich bremste, um umzudrehen, aber dann besann ich mich anders - er würde mich doch nur einholen, außerdem kam ich mir blöd vor bei dem Gedanken, vor ihm abzuhauen.
Also in die Pedale und an ihm vorbeigefahren. Ich glaube, er merkte nicht mal, dass ich nackt auf dem Rad saß! Kurz darauf ein älterer Herr auf einem Rad. Ich grüßte ihn, er grüßte zurück und fuhr weiter.

Ich dachte "Hm ... sollte das wirklich so einfach sein? Niemanden stört es? Oder reagieren die einfach alle zu langsam?"

Kecker geworden, nahm ich einen Weg, der am anderen Waldrand entlang führte. Schön in der Nachmittagssonne, und als ich am Ende an die Bundesstraße kam, drehte ich um und fuhr zurück. Auf dem Rückweg begegnete mir eine Familie auf Fahrrädern: Vater, Mutter, Bub. Ich grüßte wieder, aber diesmal keine Antwort - sie fanden es wohl nicht so toll.
Später noch ein paar vereinzelte Begegnungen mit Spaziergängern, die jedesmal freundlich grüßten.

Nach etwa 1 1/2 Stunden erfrischender Fahrt setzte ich mich noch ein halbes Stündchen auf eine Bank in die Sonne, bevor ich (nun wieder behost) den Heimweg auf der Straße antrat.

Alles in allem ein befreiendes Erlebnis! Fahrtwind und Sonne auf der Haut, und falls es jemanden gestört haben sollte, so hat er es für sich behalten und wenigstens geduldet.

Das werde ich bald wieder machen, und meine Kreise Stück für Stück ausdehnen :-)





Ich denke, wenn man sich auf weniger frequentierte Wege beschränkt, kann einem niemand den Vorwurf der Provokation oder gar Exhibitionismus machen.
Einigen wenigen Zufallsbegegnungen wird man in unserem eng besiedelten Land nie ausweichen können.

Wenn man jedoch einen Waldweg entlangfährt und schon von weitem lautes Kindergejohle an einem Grillplatz hört, dann hält man halt kurz an, zieht sich was über, und nach 300m kann man sich wieder entblößen.

Nackige Grüße,
Thomas