Ein Nacktradfahrer wird fotografiert |  |
Der Kanalradler läßt grüßen - ein Bericht im Auftrag:
Der Kanalradler
musste alleine radeln. Keine weibliche Begleitung und die nackten Männer, wo bleiben sie nur?
Zur Zeit ist das Wetter zum nacktradeln gut geeignet.
Tagsüber, wenn die Sonne scheint, muss die Haut gut geschützt werden. Gegen Abend wird es dann angenehmer. Dann kommen auch die Sportler (Jogger, Walker, Radler, Hundeführer und die Angler) und ich schwinge mich auf das Rad und fahre zum Kanal.
Ich trampele entlang des Rhein-Herne Kanals. Wenn ich die Hoppenbruchhalde am Ewaldsee erreicht habe, gibt es die erste Bergwertung bis hinauf zur Windenergieanlage. Nach einer kurzen Verschnauf- und Trinkpause werden alle Kleidungsstücke in der Packtasche versteckt. Dann wird aus der Sattelposition die gute Fernsicht noch genossen und schon gehts los. Doch da kommen gerade die ersten Mountainbiker die Halde hinauf gekeucht. Nach einem kurzen freundlichen Gruß verschwinden sie auch schon wieder in den Büschen zu einer wilden Abfahrt.
Nur einer fiel mir auf: er blieb stehen, holte einen Fotoapparat oder sein Fotohandy aus seiner Hosentasche, aber er traute sich nicht. Seine Bedenken waren größer als sein Mut. Wer nicht fragt bekommt auch keinen Fototermin.
Jetzt war es nur noch ein Geduldspiel. Wer geht zuerst auf die Haldenabfahrt? Der Nacktradler, von dem er so gerne seinen Freunden ein Foto zeigen möchte, oder der jugendliche Mountainbiker, der den Anschluß an seine älteren Kollegen nicht verpassen möchte?
Der Respekt gegenüber einem Nackradler war doch groß genug, so dass er seinen Kollegen folgte, ohne ein Foto gemacht zu haben.
Ich genoss den warmen Fahrtwind bei der Abfahrt, traf noch einige Spaziergänger im nahe gelegenen Wald, kam an einer Gartenanlage und einer einsamen Wohnbebauung vorbei und landete wieder am Kanal.
Die drei Radfahrer, die mir auf dem Waldweg entgegen kamen, gerade an der schmalsten Stelle, gaben sich gegenseitig noch die Warnung "Vorsicht nackter Radfahrer". Ich konnte mir die Bemerkung nicht verkneifen, lieber nackt radfahren als beim Radfahren Bier zu trinken. Denn jeder hatte nur eine Hand am Lenker und in der anderen Hand eine Flasche Bier.
Die Sonne hatte den Horizont schon erreicht, als ich wieder am Rhein-Herne Kanal Richtung Heimat fuhr. Die Kleidung war immer noch in der Packtasche, denn die Erfahrung hatte mir bisher ruhige und geduldige Sportler und Angler begegnen lassen.
Es grüßt euch herzlich
der Kanalradler
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