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Rainer




dabei seit: Februar 2004
Ort: Baden-Baden
Not macht erfinderischAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen        Zum Anfang der Seite springen

von unserem niederländischen Mitglied Wim



Den Spruch kennt ihr natürlich. Kommt wohl von Wilhelm Busch wie soviele andere Sprüche.
Wie man das nun mit Nacktradeln verbinden kann. Hier folgt eine kurze Beschreibung meiner Notnacktradeltour.

In den Niederlanden kann man bei der Bahn eine Karte kaufen, wobei man dann in der Woche ab 9 Uhr und am Samstag und Sonntag den ganzen Tag 40 % biliger fahren kann.
Ausserdem bekommen Leute über 65 auch noch 6 x im Jahr eine Karte, womit man einen ganzen Tag durch ganz Holland fahren kann ohne dafür zu bezahlen.

Und so eine Karte hatte ich noch und als gieriger Holländer musste ich doch unbedingt die Karte gebrauchen, weil wir nächste Woche in Urlaub fahren und die Karte ihre Gültigheit verloren hätte, wenn wir zurück gekommen sind. Also...

Weil ich gerne radfahre und mal eine andere Strecke fahren wollte, fuhr ich zum Bahnhof in Dordrecht, kaufte mir eine Karte für das Fahrrad und stieg in den Zug nach Tilburg.
Da bin ich ausgestiegen, und bin dann von Tilburg aus durch die holländischen Wälder (die nur klein aber wohl schön sind) nach Eindhoven gefahren. Da wollte ich den Zug von halb drei nehmen, damit ich rechtrzeitig wieder zu Hause sein würde.

Das klappte dann auch ganz gut, denn ich war rechtzeitig in Eindhoven, stieg da in den Zug und fuhr ab....bis Tilburg, und dann !! Auf dem Bahnhof in Tilburg wurde angesagt, dass der Zug nach Venlo nicht weiter als bis nach Eindhoven fahren würde wegen Blitzeinschlag .
Sofort danach wurde in dem Zug angesagt, dass der Zug nicht weiter nach Breda fahren würde weil der Blitz alle Züge von und nach Breda stillgelegt hatte.

Was tut man in so einem Fall wenn man doch auch noch ein Fahrrad mit hat. Genau, man denkt nach und ..... nimmt den Bummelzug Richtung Breda, der aber nicht weiter fährt als nach Gilze-Reie.
Als der Zug dort hielt, goss es in Strömen. Man konnte aber im Zug warten, bis es wieder trocken würde, denn der Zug würde erst 25 Minuten später wieder zurück fahren.

Nach einer Viertelstunde war es wieder trocken und habe ich den Entschluss gefasst, die letzten 50 km mit dem Rad nach Hause zu fahren. Und das ging ganz gut, über Dongen, Oosterhout und Made nach Drimmelen. Bedeckter Himmel, aber trocken.
Aber dann! Als ich nach Drimmelen auf den Deich kam, wo ein Fahrradweg zur Moerdijkbrücke führt, fing es wieder leicht zu regnen an. Damit hatte ich natürlich nicht gerechnet. Eine Regenjacke hatte ich nicht mit.

Ich hatte jetzt die Wahl. Weiter fahren und mit nasser Kleidung nach Hause kommen oder.... Und da habe ich für das letztere gewählt.
Ich habe die Kleidung, Lange Hose, Hemd und Unterhose ausgezogen, zusammengerollt und hinter mir auf dem Gepäckträger festgebunden. Und dann bin ich weiter geradelt auf dem Deich an der Amer entlang zur Moerdijkbrücke.
Unterwegs gab es viele Schafe, die faul mitten auf dem Fahrradweg lagen und sich auch für einen nackten Radfahrer nicht regten und weiter nur ab und zu ein Auto, das unten auf dem schmalen Weg fuhr und auf einmal die Scheibenwischer tüchtig brauchte.
Ein schönes Gefühl ist das wohl, die dicken Regentropfen auf der Haut und weil meine Kleidung hinter meinem (breiten) Rücken lag bekam sie nur wenig Regentropfen ab.
Und wie es so oft in Holland ist, war der Schauer nach einer Viertelstunde wieder vorbei und war nur ich ganz nass. Nach 5 Minuten kam aber die Sonne wieder zum Vorschein und schon bald danach war meine Haut wieder trocken.

Ich bin dann schön weiter gefahren, mir begegnete ausser noch ein paar Autos ein Rennradfahrer, der wohl zuviel mit seinem Rennen zu tun hatte und ich fühlte mich ganz glücklich. So kam ich nach Lage Zwaluwe.
Und ich fand es so schön ohne Kleidung zu fahren, dass ich quer durch das Dorf weiter fuhr. Nun ist es in Holland so, dass gegen 6 Uhr jeder an seiner warmen Mahlzeit sitzt, also kein Mensch auf der Strasse war, denn es war 5 Minuten vor 6. Und so fuhr ich dann den Rest vom Deich und kam schliesslich an die Moerdijkbrücke.
Und weil alles sich so schön anfühlte und ich mich so tapfer fand, bin ich einfach so weiter gefahren, über die Brücke, weiter über den Fahrradweg, unter die Autobahn hindurch und so weiter über den "Rijksstraatweg" bis nach Dordrecht.

Das waren an die 18 km nackt.
Da habe ich dann wieder meine Hose und Hemd angezogen, die jetzt ganz trocken waren. Denn in Dordrecht leben bedeutend mehr Leute, denen man begegnen kann und so "tapfer" bin ich nun auch wieder nicht. Fünf km weiter war ich dann wieder zu Hause.

Das war also meine Nacktradeltour aus Not.

Mit nackten Grüssen, Wim



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07.07.08, 10:19 Rainer ist offline   Profil von Rainer Email an Rainer senden Homepage von Rainer
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