World
Naked
Bike Ride
12. Juni
2010
Karlsruher
Radtour
2009
Schöne
Berichte
Oftmals
gestellte

Fragen
Guter
Rat
Herrliche
Bilder
Empfeh-
lenswerte

Websites
Kontakt
& Be-
schwerden
English
Section
MSX 105

Gepäckträgertaschen SL 55 ELEGANCE NB
nacktradeln.de
Nacktradeln im Schwarzwald

Nackt-Mountainbiken in den Schwarzwald

von und mit Rainer


Achtung - Reisser
Lesen Sie diesen Artikel, wenn Sie eine geistig gereifte Persönlichkeit Ihr eigen nennen, sonst nicht !


Schönes Nacktradeln !
Nacktradeln im Schwarzwald

Meine Mama war zur Wiedergenesung nach Bad Herrenalb eingewiesen worden, ein Kaff unweit von hier in den Bergen.

Um erquickliche familiäre Stimmung zu erzeugen, beschloß ich, sie dort einmal aufzusuchen.

Meine Mama war von dieser Idee zwar geehrt, doch sie verbot mir strikt, diesen gefährlichen Weg durch die steilen Hänge des Nordschwarzwalds mit meinem Fahrrad zurück zu legen, vielmehr hatte sie für mich eine Busverbindung ausfindig gemacht, deren Kosten sie mir erstatten würde.

Ich hörte stets wenig auf meine Mama, und so ließ ich mir auch diesmal das Radfahren nicht untersagen, besonders, da das Frühsommerwetter versprach, einen Teil der Strecke nackt durchmessen zu können.

So fuhr ich mittags um halb 12 bei schon guter Sommerwärme in Baden-Baden los.
32 Grad sollten es nach amtlicher Prognose werden !

Als ich aus der Stadt zur Rheintalbahn runtergerollt war, hielt mich nur noch wenig.
Schon von zuhause fertig einbalsamiert mit Sonnenabwehrmittel, beschloss ich, mich direkt nach der Gleisunterführung am Bahnhof Oos, einer der wenigen Querungen der Rheintalbahn für Radfahrer, frei zu machen. Angesichts der Leere auf den Bahnsteigen fiel uns das nicht sonderlich schwer.

Hatte ich mir doch im Frühjahr eine Strecke zwischen Baden-Baden und Rastatt ausgespäht (Gruß an den Fahnder :-) ), an der ich auch einmal unbekleidet radfahren könnte, also etwas in relativer Abgeschiedenheit, in diesem doch dicht versiegelten Siedlungsteppich.

Und diesen Weg galt es heute erstmals zu erproben !

Zunächst fährt man der neuerrichteten Umgehungsstraße B3 neu an der Bahnlinie entlang auf einem Express-Radweg - huiii..

Dann fahren wir durch eine Gewerbefläche, welche aus einer international tätigen Fachfinanzierungsfirma besteht und einem Fachmarkt für billige Sportartikel.
Nun, kein völlig fremdes Terrain, denn gewisse Anknüpfungspunkte lassen sich da schon finden.

Nach dem Sportladen Decathlon (mußte doch noch werblich einschalten), endet die Radfahr-Autobahn an einer Zeile von Findlingen, welche Baumaschinen jüngst aufstellten, um ein Durchkommen zu verhindern.

Ganz schmal zwängt sich eine Spur durch die Brocken, rechts runter vom Fahrdamm geht es in den Busch, und wir queren ein paar Gärten, die sich in einem toten Eck der neuen Stadtumgehung B3 neu gehalten haben.

Kurz darauf geht der Weg zur Abfahrt der B3 rauf und wir müssen über die einigermaßen belebte Straße drüber.
Ungläubige und erheiterte Autofahrer winken und blinken, bis wir an der Reihe sind.
Von oben winken und blinken ebenso erheiterte Verkehrsteilnehmer auf der Brücke der alten Straße über die Bahnlinie.
Nennen wir es einen Verkehrsknotenpunkt :-)

Ist noch nicht ganz fertig glattgebügelt, auf der anderen Seite geht es durch Baustellenunordnung auf den geschotterten Unterhaltsweg neben der ICE-Schnellstrecke Rheintalbahn.
Ab hier ist sie in einen Betonkasten versenkt, und links daneben begleiten uns das Naturgebiet des örtlichen Landgrabens und einige Gärten.

Die Schotterstrecke ist leider nicht sehr komfortabel, weil hier nie jemand fährt - wer fährt an der Bahnmauer?
Aber wir sind komfortabel allein mit uns, bis der Weg in der nächsten Baustelle endet, wo wir auf einem neuen Radweg den Verkehr tangieren, und nun abermals unter der Rheintalbahn durchkommen, da wir unseren Weg wieder bergseitig fortsetzen werden.

Schönes Nacktradeln !
Wir radeln am Schwarzwald entlang
---> zum Vergrößern auf das Bild klicken !

Die kleine Verbindung zwischen Sandweier und Haueneberstein bringt uns in das Industriegebiet an der Bahnlinie.
Um 12 ist hier wenig los, obwohl größere Firmen an der Straße liegen, die man auf anderem Weg nicht umfahren kann.
Alle mit Arbeit befasst :-)

Der Elektrowerker im weißen Bus hat allerdings schon ein Vesperbrot in Arbeit, und man sieht, wie er die sich bedrohlich nähernde Erscheinung eines Nacktradfahrers in seinen Mittag einordnen möchte, und man sieht, wie ihm dies nicht gelingt.

Husch, bin ich über der Straße, am Grabsteingeschäft vorbeigeflitzt - kleines Schmunzeln - nur zwei, drei Fahrzeuge, etwas Schallzeichen - dann biege ich von der Durchgangsstraße in den Nebenweg an den alten Bahngleisen nach Rastatt-Niederbühl ab.

Alte Bahn, neue Bahn, B3 neu, B3 alt - ja genau das ist es, was diese Gegend so ideal zum Nacktradfahren macht.
Die neuen Trassen sind noch nicht so recht in Besitz genommen von der Allgemeinheit, die ganzen Durch- und Übergänge noch nicht zu bruchlosen Strecken gefügt, man muß es sich zusammensetzen, wie man sich hier durchfindet; die alten Strecken dagegen teils aufgegeben:
So ist es richtig zum Nacktflitzen.

Jetzt aber renne ich den schönen, für Verkehr gesperrten Fahrweg nach Rastatt entlang, bei fitten Radlern recht beliebt, aber sonst wenig bekannt.

Schönes Nacktradeln !
Hier gehts vorbei
---> zum Vergrößern auf das Bild klicken !

Einige Landwirte der Aussiedlerhöfe sind bei der Arbeit und am Vortrieb der Traktoren läßt sich vernehmen, daß meine Passage nicht unbemerkt blieb.
Ein gut badisches 'Ha, saagemol' weht mir auch am Pferdehof hinterher ('Ja, erlauben Sie mal !').

Am Bildstöckle an der Autobahn (so ein Wegkreuz mit Blumen und Bänken gegen die Pest) biege ich zur Straße nach Schloß Favorite ab, denn an dieser Stelle geht es etwas zickzack, was der sicheren Überquerung des nächsten Geländehindernisses dient: der Murg, so ein Bach hier.

Es gibt nur wenige Murgbrücken, in kilometerweitem Abstand, und dort sind dann alle Leute, die rüberwollen.

Schönes Nacktradeln !
Murgbrücke
---> zum Vergrößern auf das Bild klicken !

Kann man auch nacktradelnd die Murg überqueren ?

Aber ja :
Von der Straße nach Favorite geht es auf die nächstgrößere Straße, wir haben eine öffentliche Vorfahrt.
Wir warten, bis sich alle Verkehrsteilnehmer bei ermäßigter Geschwindigkeit gut unterhalten von der Vorfahrt entfernt haben, und dann wagen wir es auf die Hauptstraße.
Gleich nach der Einmündung biegen wir wieder ab, nun mitten durch die Acetylenfabrik, durch deren Fabrikhof der öffentlich von der Stadt Rastatt ausgeschilderte Radweg zur einzigen Fußgängerbrücke des Gewerbekanals führt, ein Bächlein, das neben der Murg auch noch überwunden werden will.
Hier heißt es sich sputen, sonst werdet ihr von Flurförderzeugen verfolgt!

Glücklich unbehelligt gelangen wir zum anderen Ende des Acetylenwerks, und wir geben ja auch zu:
ein beschissen kleines Acetylenwerk!

Am Gewerbekanal kommen dem Nacktradler schon mal 2 Jungs mit Mountainbike entgegen:
Oh, Schule aus :-)
Na macht nix, wir machens doch gerne.

Es kommen noch viele Jungs, dann auch Mädchen.
Die ersten, so Primaner, taten 100 pro unbeteiligt.
Die jüngeren dahinter schauten doch mit sehr schlechtem Gewissen woandershin, auf Mädchenlippen meinte ich einen zurückgehaltenen Entsetzensschrei sich formen zu sehen.

Dies mußte eine in Entstehung begriffene öffentliche Erregung sein, kombinierte ich, und so beeilte ich mich, die Murgbrücke zu erklimmen, bevor sich die Öffentlichkeit meiner Fahrt in den Schwarzwald bemächtigte.

Jeder Verkehr von Niederbühl in den nördlichen Bereich der Stadt Rastatt ballt sich nämlich an dieser altersschwachen, engen Brücke, und so mußte ich auch dort Stoff geben, wollte ich heil rüberkommen.

Gleich auf der anderen Seite biegt der Hauptradweg wieder ans Murgufer ab, es geht an den Sportstätten vorbei und an den Erdbeerfeldern, welche um diese Zeit ein köstliches Aroma in die Landschaft senden, obwohl das hier alles gleich neben der Autobahn liegt.

Unter der geht es nun hindurch, durch so ein Loch, durch das ruhige Wege durchgegraben sind.
Nach dem Loch direkt an der Autobahn, herrliche Frühsommersonne, Erdbeerfelder, Tempo 25 - so macht nacktradeln Freude :-)

Zwischen landwirtschaftlichen Flächen und dem Fahrdamm der Rheintalautobahn renne ich auf den Übergang der Murgtalbahn zu, so eine nette kleine antike Bahnstrecke in den Schwarzwald.
Halt !
Ein Bild von mir und dieser Bahnstrecke, das wäre doch eine Idealkonkurrenz..

Schon steige ich in die Eisen - zack Kamera - ha, ein Pfahl, der hält die Kamera - Grinsemann - Bild !

Schönes Nacktradeln !
Murgtalbahn !
---> zum Vergrößern auf das Bild klicken !

Schnell alles eingepackt, Kraftfahrzeuge näherten sich.
Schon gehts weiter.
Die Autobahn kommt langsam runter, also, sie hält ausgezeichnet, aber der Damm senkt sich, wie ich eigentlich nicht bedachte, denn die Schallzeichen der Verkehrsteilnehmer bedeuten nichts anderes, als das ich schon ertappt wurde.

Das ist dem fließenden Verkehr abträglich, hurtig radle ich in den Wald nach Rauental, und in Rauental ist mit den Faxen eh Schluß, denn Rauental ist nackt nicht durchquerbar, jedenfalls nicht, solange man sich nicht zu einer Nackt-Prozession zusammenschließt.

Schade eigentlich, denn bisher gefiel mir mein Nacktradel-Ausflug in den Schwarzwald ganz gut.
Kein Wunder:
Es war ja bisher alles topfeben im Rheintal - aber nackig wars trotzdem schön :-)

Voll bekleidet mit einem schwarzen Höschen (kein Radler - ich trage so ein offenes Freischwinger) pedalte ich nun auf der Radler-Autobahn Richtung Frankfurt/Heidelberg/Karlsruhe, dem Ortenauradweg, durch Rauental, ein gemütliches, niedriges Dörfchen, in dessen Mitte noch ein Gasthaus Linde zu Braten und Ulmer Bier lädt.
Nein, das richtet sich nicht mehr an mich - nur so eine farbige Milieu-Beschreibung.

Am Friedhof vorbei - unter dem Murgtal-Schnellweg hindurch - Übersetzen am entzückend heruntergekommenen Murgtal-Camping - Wiesen, Reiterhof - nächstes Dorf.
Dinge, die meinen Radfahrer-Alltag hier ausmachen, meine Stammstrecke nach Norden, sehr sehr nett zu radeln, völlig undenkbar allerdings ohne Hose - zu eng türmt hier die Zivilisation dem Unbedeckten Hindernisse entgegen.

Muggensturm ist ein von Nachkriegssiedlungen aufgeblähtes Kaff. Als ich es geschafft habe, sind wir wieder dran:
Am Naturgebiet Federbach wagen wir, für ein paar hundert Meter, die Kleidung abzulegen, dort fährt es sich zwischen Bach-Aue und Obstwiesen sogar in der Mittagshitze ganz famos ganz ohne!

Kurz vor Neumalsch, auch so einer aufgeblähten Flüchtlingssiedlung, biege ich am Naturgebiet vom amtlichen Weg ab Richtung Gebirge - denn nun geht es in den Hang !

Die Landstraße läßt sich hier draußen auch nackt noch einigermaßen gut überqueren, der Radweg ist hinter Sträuchern abgeschirmt, doch kurz vor Malsch ist erst mal wieder Schluß mit dem FKK-Vergnügen:
Diese am Schwarzwald-Anstieg gelegene Ortschaft ist viiiel zu groß, als daß ich sie textilfrei heil durchqueren könnte.
Sich nackig in den Berg werfen, ist meiner Anschauung nach allerdings auch nichts, was man bei brennender Mittagssommerhitze in der Öffentlichkeit tun sollte.
Vielleicht könnte es etwas gezwungen wirken?

Also tapfer durch dieses immer steiler ins Ungewisse ansteigende Malsch gekurbelt, mit Beinkleid, auch wenn das Wasser noch so rinnt.

Na, sehr bald sind alle meine 27 Gänge aus, aber Malsch will nicht aufhören.
Mittlerweile arbeite ich an einer steilen Geraden direkt in den Wald und immer noch kommen Häuser hinter den Bäumen vor.
Auch las ich von einer Jugendbesserungsanstalt auf einem Schild zu Beginn dieser Geraden, und ich wollte doch die schönen Besserungserfolge dieser Anstalt durch ein etwaiges nacktes Vorbeiradeln nicht etwa zunichte machen.
Also hielt ich es noch etwas aus, obwohl ich schon, kaum in den Anfängen des Schwarzwalds tätig, völlig schweißdurchnässt war an allen Stellen, die ein Mensch dafür zu bieten hat.
Aber irgendwann mußte das letzte Haus erreicht sein, und ich könnte mich frei machen.
Wenigstens schien es hier am Waldhang nicht ganz so heiß.

Da - Jugendliche !
Ich erfreue mich stets an jungen Menschen, so auch diesmal, denn ihr Erscheinen zeigte doch wohl das Ende dieser gnadenlos steilen Waldstraße an, an dem die Besserungsanstalt angesiedelt sein sollte.
Ja, auch ein Erziehungspersonal stieg behende im Hang.

Kaum war die Anstalt und mit ihr die Jugend ein bißchen aus dem Blick, hörte ich zu kurbeln auf, und mußte erstmal schnaufen.
Ein Trunk von mitgebrachtem Wasser, ein Happen der Stärkung - und schon konnte die Hose wieder verstaut werden in den Koffern.

Ahhh, nun ging das alles schon viel schöner - ich schaltete auf den 2. Gang!

Schönes Nacktradeln !
Arbeit im Berg
---> zum Vergrößern auf das Bild klicken !

Der Berg schien jedoch als solcher steil, und es blieb nicht aus, daß ich bald wieder stehen blieb, um einen Zug Luft zu holen, und um doch besser wieder im 1. Ritzel weiter zu fahren.
Die alte Waldstraße nach Völkersbach geht noch ein ganzes Stück senkrecht in den Berg, bevor sie gnädigerweise auf eine erträglichere Umlaufbahn schwenkt.
Sie ist an und für sich schon 200 Jahre stillgelegt, da hat der Nacktradler freie Bahn. Welche ich zur Erstellung der im folgenden eingestreuten wunderbaren Nacktradelfotos nutzte :-)

An der Hütte am Glasbach geht dann nochmal richtig die Post ab: 11%.
Der Nacktradler nimmts sportlich und genehmigt sich auf halber Steigung ein Foto mit angeschlossener Stärkung.

Schönes Nacktradeln !
Jetzt braucht der Pilot auch mal was
---> zum Vergrößern auf das Bild klicken !

Man möchte sich nicht vorstellen, was die Ersteigung solcher Pisten in Kleidern für eine schweißdurchtränkte Schweinerei darstellt..
..und finden uns in der Wahl unseres Anzugs zum Mountainbiken bestens bestärkt!

Kleiner Nachteil des Ganzen:
Wo der Bach zusammenfließt, an so einer dunklen Ecke zwischen Urzeitsteinen, komme ich mit dem letzten, was ich habe an, und müsste mal schnaufen.
Doch ein Unwetter von Waldschnaken stürzt über mich und jagt mich so links über die Quelle den Hang weiter hinauf, der sich uns hier jedoch schon flacher und freundlicher neigt.

>>>


Schönes Nacktradeln !
Arbeit im Berg
---> zum Vergrößern auf das Bild klicken !

Nun, auch dieses Eck schafften wir mit knapper Not.
Und, wir befinden uns nun auf der Berghöhe am Rande der Rheinebene, auch ein, zwei Begegnungen mit Wald-Kraftfahrzeugen wurden trotz einiger Mattheit tadellos absolviert.
Der Waldweg hier, nur gesplittet, ist grade für ein Auto schmal genug.
Man benötigt einen gewissen Durchsetzungswillen, um vorbei gelassen zu werden. Wir radeln ja nackig !
Da könnten konservative Waldeinwohner uns einfach den Weg abschneiden.

Bald bin ich angelangt am Waldrand bei Völkersbach, wo uns meine Mama übrigens in ihrem grauen NSU Prinz immer hinkarrte zum 'Laufen', weils 'schön ist' - wer hätt gedacht, daß ich da 36 Jahre später nochmal mit dem Fahrrad vorbeischau :-)
Die 'Steine' mit den vielen Mücken gefielen mir übrigens seinerzeit am besten.

Tja - aber jetzt gehts erstmal auf der Landstraße weiter bis zum anschließenden Waldweg, der uns leicht hügelig zur nächsten Ortschaft trägt.
Auf der Straße das eine oder andere Erstaunen, wo das Kostüm des Radlers geblieben sei, aber wer kann schon etwas dagegen unternehmen, und so streben dann doch alle Verkehrsteilnehmer ihrer Wege.

Am Waldparkplatz steht ein Mercedes mit offener Tür.
Die Fahrerin nestelt an ihren Extremitäten, sich für die bevorstehende Wanderung zu richten...
Flutsch - gnadenlos hauen wir an der Dame vorbei, runter nach Freiolsheim - wir hörten nie wieder etwas von ihr.

Eine weitere Dame schon unterwegs mustert uns von weitem und entschließt sich zu einem Lächeln, welches wir artig erwidern.
Hier also beginnt das Schwarzwald-Wanderterrain, Wochenendurlaubs-Revier, welches vernachlässigte Ehefrauen, oder solche, die darum wissen, daß der Wald Geheimnisse birgt, auch unter der Woche gern aufsuchen.

Wald der Frauen !

Bei Freiolsheim leider ein unbefahrbarer Weg, doch herrliche Sonne, nicht übermäßig heiß, wunderbare Obst-Wiesen, sieh selbst :

Schönes Nacktradeln !
Nackig im Schwarzwald
---> zum Vergrößern auf das Bild klicken !

Nacktradel-Naturgenuß wie er sein soll !

Freiolsheim bietet allerdings auch kritsche Engstellen.
Zunächst das Pfadfinderheim: Leerstehend - wir atmen auf.

An der Mülldeponie aber wartet der Müllmann auf einem Stühlchen auf den Müll. Dazu flotter Twist der frühen Zeit :-)
Müll jedoch gab es keinen, stattdessen ein Mensch, der mit blankem Arsch auf dem Bock sitzt: "Ja, gibts des ahh !!"
Na, da hat der Herr Müllwärter doch genau mal das rechte Fernsehen zu seinen Schlagern bekommen.

Schönes Nacktradeln !
Waldrand am Mahlberg
---> zum Vergrößern auf das Bild klicken !

Weiter am Waldrand bis zur Landstraße, die wir ein kurzes Stück zum nächsten Dorf nehmen müssen.
Hierzu ist verkehrsmäßige Bekleidung vonnöten, denn die Straße ist mit einer Kehre zu gefährlich zum Nackigfahren.
Außerdem gibts eine Ortsdurchfahrt, die ich erstmal peilen muß, und bei der Orientierung fahre ich nie nackt, weil die Leute leicht über einem herfallen.
Nach 6 anstrengenden und doch angenehmen Nacktradel-Kilometern durch Natur also wieder eine kurze Textil-Einlage.

In Moosbronn ist das Naturfreundehaus am Ortsausgang schnell gefunden, und von hier, man hat geschlossen, geht es wieder ausgezogen weiter am Waldrand.

Während eine überraschte Spaziergängerin mich lachend grüßt, ernte ich bei den landbewirtschaftend tätigen Bauern hier oben die wüstesten Drohungen, die überhaupt jemals beim Radfahren über mich kamen.
Obwohl die Landleute erheblich lauter kreischen als ihre kaputten Trakoren, verstehe ich wenig, denn dort wird ein Idiom gepflegt, das ich trotz guter regionaler Einbindung nicht ganz zu entschlüsseln vermag.

Nun brennt auch die Sonne wieder ohne Gnade, ich ahne schon, wie ich heute noch einen ganz schönen Schlag kriege.

Nach rasanter Fahrt über Wiesen entschließe ich mich, am Ortsrand von Bernbach, das schon einen Hauch Bergwelt atmet und damit Enklave gemachter Leute wurde, wieder ein wenig Kleidung anzulegen.

3 Stunden bin ich nun auf meinem Ausflug unterwegs - also weit hinter der Zeit.
Wer hätt auch gedacht, daß es sooo steil wird.. und sooo heiß ?

Na macht nix - Bad Herrenalb ist so gut wie geschafft, von nun an gehts bergab :

Auf der Autostraße nach Herrenalb steige ich an einem Ausweichplatz in die Eisen - hier soll die unerhörte Metamorphose von statten gehen:
Rainer kleidet sich ein für den Besuch bei Mama in der Kurklinik !

Mein Rad schob ich ein bißchen ins Unsichtbare, packte meine Taschen auseinander und wischte erstmal mit einem Frottiertuch das Gröbste ab.
Hernach wechselte ich meinen knappen durchgeweichten Radel-Freischwinger gegen einen etwas größer bemessenen trockenen Freischwinger.
Dazu etwas festeres Schuhwerk, welches in mamornen Hallen einen entschlosseneren Tritt schafft.
Obenauf packte ich allen Ernstes ein Hemd, nun, ein Leibchen, das jedoch erst im allerallerletzten Akt herhalten sollte, erst an der Rezeption.

So ausgerüstet rollte ich nach Herrenalb herunter, wo ich zu meinem Schrecken feststellen mußte, daß die Kurklinik trutzig auf Felsen thront.
Eine zur Aufstiegshilfe angebrachte Gondoletta nahm zwar Rollstühle, jedoch keine Tourenräder an.
Es half nichts, als enorm in die Pedale zu steigen - es stellte sich als die steilste Steigung dieser Schwarzwald-Ersteigung heraus, dieser unglückliche Falkenstein :(
Wie gedachte ich dabei der letztlich wunderbaren Berg-Nacktradelei zwei Stunden zuvor!

Naja, er gab sein Letztes - und endlich bezwang er die Falkenburg.

Ich verschnaufte, und lief noch voll von kochendem Sud durch die granitenen Hallen, um meiner Mama mein Avis ausrichten zu lassen.

Dann lief ich wieder heraus, um mich zu bedecken, ich dachte schon gar nicht mehr über den Sinn nach.
Schließlich richtete ich mein Fahrzeug für eine Standzeit her.

Selbst ein wenig angeschlagen, absolvierte ich den Krankenstandsbesuch bei immerhin enormer Hitze auch in 500 Meter Höhe und Eis ('gemischt').
Meine Mama erkundigte sich, ob ich auch einen Hut mitgenommen hätte.
Schließlich sei Radfahren gefährlich.


Auf der Rückreise gedachte ich einen Waldgebirgsweg nach Bernbach zu nehmen, da mir der Aufstieg über die Autostraße freudlos schien.

Nur wußte ich noch nicht, wo dieser sich befand.
Das sollte jedoch kein Hindernis sein, ich führte ja eine Landkarte mit.
Am Bahnhof direkt unter der Kurklinik würde ich einen Orientierungsstopp einlegen, um mich vor allem auch von einengender Kleidung zu befreien.

Gut erbaut und unbehutet schoss ich die gefährliche schreckliche Falkenburg-Steigung herab, so war ich in wenigen Sekunden am Bahnhof Bad Herrenalb.

Leibchen und schwere Sandalen wurden eingepackt, leichtes Nacktradelschuhwerk zierte von nun an meinen Fuß.
Ein Blick in die Landkarte förderte das Entsetzliche zu Tage:
Der gesuchte Waldgebirgsweg war die Zufahrt zur Kurklinik, diese steile, die man so gut runtersausen kann.

Also ich setzte mich auf eine Treppenstufe am Lokschuppen und weinte ein bißchen.
Bald aber, es mußte ja doch, stieg ich auf und kurbelte den ganzen Scheiss nochmal rauf.

Leider war jedoch die Steigung nun nicht mehr so rasch erledigt, vielmehr widersetzte sie sich noch viele weitere hundert Meter, welche sich zu Kilometern schrecklicher Waldgebirgssteigungen auftürmten.

Kurklinik-Insassen älteren Jahrgangs erstiegen sich den Falkenberg am Wege.
Ich wunderte mich, welche Vitalität in deren schlaffe Körper gefahren war, und die wunderten sich, wie toll man radeln kann, wo man zu Fuß schon kaum hinkommt :)

'Da schmilzt der Speck !' rief ich beherzt, und erntete leise Zustimmung.

Waldeskühle umschmeichelte meine Stirn.
Was fehlte, war die Freiheit, und ich nahm sie mir, kaum daß die Beschilderung der Terrainkur zu Ende war:
Weg mit dem Freischwinger-Short, und hui - schon gehts runter nach Bernbach !

Nackig im Wald bergab fahren - das ist einfach was Feines.

Schönes Nacktradeln !
Nackig bergab fahren - einfach gut
---> zum Vergrößern auf das Bild klicken !

Erst kurz vor der Mündung des Wegs in den Ort begegneten mir Spaziergänger.
Für die Durchquerung der gebirgigen Ortschaft kleidete ich mich jedoch wieder an.

An der Straße nach Moosbronn bog ich zum Waldrand ab, wo ich bis zum Naturfreundehaus ein Stückchen nackig fahren konnte.
Dann nochmal eine Textil-Einlage.

Am Waldparkplatz nach der Steigung durchs Dorf kam die Hose weg, und nun ging es den Weg, wie ich gekommen war, bergab in die Rheinebene nach Malsch, also ein kilometerlanges angenehmes Nacktradeln im Walde bei schönen Temperaturen.
Spaziergänger mit und ohne Hund grüßten mich unterwegs. Ein schöner Abend.

Schönes Nacktradeln !
Ein schöner Nacktradeltag
---> zum Vergrößern auf das Bild klicken !

Mit gutem Schwung kam ich in Malsch, Besserungsheim, an.
Da Malsch ein recht großer Flecken ist, zu groß, um es als Ganzes nackt zu durchqueren, bekleidete ich meine Schamgegend mit einem schwarzen Freischwinger.

Am unteren Ortsausgang hielt ich an einem Parkplatz neben der Landstraße.
Ein Golf (so ein Auto) kam herbei, eine Frau stieg aus, sie nestelte herum.
Derweil ich etwas ungehalten, da ich mir ja fürs letzte mal die Hose runterreißen wollte.

Die Frau packte es erst nach 3 Minuten loszurennen, während ich mein Gepäck neu ordnete.
Es kamen zwar wieder Leute, aber ich ahnte schon, daß ich bis morgen warten würde, wenn ich so weiter wartete.
Ich zog ich mich aus, während Rennradfahrer vorbei rannten.
Macht sowas besser nicht - aber diese waren mit Rennen so beschäftigt, daß sie ein sich entblößender Nichtrennfahrer mal sonstwo konnte, den überließen sie den Letzten..

So durfte ich noch ein schönes Stück in der Abendsonne Herumnacktradeln, allerdings war die Radspur nun belebt, und es gab Kommentare von beladenen Traktoren und Feierabendradlern.
Gehupt wurde ich noch auf der Straße.

Am Naturgebiet Federbach sammelte ich meine Eier wieder ein, und radelte alsbald textil durch Muggensturm.
Bis dahin war viel Betrieb auf der dortigen Radfahr-Autobahn.
Ein absolut ungläubiges Ehepaar, das ich nackig flott überholte, sah mich an der Einfahrt Muggensturm in meinen Behältern wühlen. Als ich die beiden wenige Meter weiter, nun aber mit Schamblende, erneut überholte, schien das Wunder komplett und auch nicht mehr verstehbar.

Ziemlich kaputt erreichte ich Rauental.
Das Bein kraftlos, mein Kreuz ein Schmerz; Füße, Hände und Rücken brannten:
Radfahren eben :)

So war nicht mehr weiter zu kommen, und ich war wohl gezwungen, eine ungeplante Rast einzulegen, wozu ich eine Bank neben dem Tennisclub Rauental wählte.

Während ich kraftlos meine Knochen von mir streckte, kam eine propere Familie angefahren, und der Knabe aus dieser Familie sagte mir recht nett und neugierig Hallo, während die Mama aus dieser Familie einen ausgewachsenen Kinderschänder auf dieser Bank herumlümmeln sah, wo doch sonst nie einer sitzt.

Ich lümmelte mich noch lange, und schaute dabei den netten Knaben beim Tennisspiel zu, während sie mir beim Lümmeln zusahen.

(Tennisclub Rauental, liebe Fahnder :-) )

..und in der Ferne turnten Landfrauen über die Parkplätze.

Doch schließlich gelangte der kraftloseste Radler zur Einsicht, daß man irgendwann nach haus muß - alla gud - und erstieg sein Gefährt,
.. und entsann sich der Möglichkeit, hier entlang der Autobahn nochmal eine Spätabend-Nacktradeleinlage zu bringen.

Kurz darauf joggten Turnerinnen meines Wegs, natürlich die vom Parkplatz.
Die Damen waren trotz ihrer von sportlicher Überanstrengung geröteten Gesichter nicht um ein Lob des Entzückens verlegen.
Ich stellte mich vor als ihrer Seelen verwandter Sportler :-)

Eine alsbald hinterher joggende Nachhut gab sich nicht mehr freundlich, vielmehr schien mir eine Diskussion aufzuflammen, welchen Rettungsdienst man mit meiner Entfernung beauftragen wollte.

An diesem sonnig heißen Abend war noch viel los auf der Strecke.
Jungen Menschen gefällt Nacktradeln immer gut, solange sie es nicht selbst machen müssen.
Am Sportplatz ein Seniorenspiel, die Herrschaften sind jedoch auf ihre eigenen Sachen konzentriert.

So fuhr ich noch lange in der Abendsonne und vielen, vielen Radlern und Spaziergängern begegnete ich dabei.
Bekannt ist ja, daß nach 8 Uhr abends größerer Frieden auf den Wegen herrscht.

Schönes Nacktradeln !
Friedlich Nacktradeln
---> zum Vergrößern auf das Bild klicken !

Endlich kam ich am Bahnhof Baden-Baden an, wo ich mich bekleiden wollte, denn für eine Nacktfahrt in die Stadtmitte fehlte mir für heute abend die Kraft, und einen häßlichen Sonnenbrand hatte ich auch.

Ich hielt an der Unterführung, gegenüber den Bahnsteigen.
Es war leer.
Ein junger Mann schaute, ob es wahr sei, was er sah.
Während ich nach meinem Kleidungsstück grub, kam ein Güterzug.
Der Güterzug verdeckte dem jungen Mann den gesamten Bekleidungsvorgang, denn es handelte sich um einen recht langen Güterzug.
Als ich gut bedeckt aufstieg, war der Zug durch, und der junge Mann glaubte nicht mehr, daß es wahr war, was er sah.

So radelte ich die Grüne Einfahrt hoch in die Stadt, und mein Sonnenbrand zwickte.

Gefährliches Nacktradeln !

90 km / 2 Drittel Berg, davon 50 km nackt !



biking