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nacktradeln.de
..und noch mehr Nacktradeln mit Rainer !

..und jetzt das Ganze in die große Stadt rein ;-)

von und mit Rainer


Für den Heimweg vom Kriegersee am Rhein nach Baden-Baden, meine 'Stammbahn', habe ich nun eine Verlängerung bis fast nach Hause erarbeitet, die den unmittelbaren Hauptverkehr umgeht und damit um mehrere Gefahrenstellen entschärft ist.

Gerade auf der Rückfahrt vom Baggersee ist es einfach fantastisch, ohne schweißklebende Klamotten und mit Luftkühlung zurückzuradeln.

Nackig ist einfach besser.

Beginnend Sinzheim-Kartung/Tiefenau (Ende des vorigen Kapitels) nach Baden-Baden Stadt geht es dann so:

In Tiefenau fahre ich die Pappelallee (Ausziehpunkt Hinfahrt) weiter bis zur Tiefenauer Straße nach Kartung, die eng, kurvig und für den Autoverkehr schlecht einsehbar ist.

Auf dieser Trasse wäre nackig Fahren wegen des ersten Überraschungsmoments der Autofahrer zu gefährlich.
Die Straße ist zum überholen nicht übersehbar, und sie ist für 2 PKW und 1 Radfahr zu schmal. Immer wieder gefährliche Situationen (angezogen) auf diesem kurzen Stück.

Deshalb umgehe ich die Tiefenauer Straße über den Fahrweg nach Halberstung, von wo ich am Hilzmattgraben einen Feldweg Richtung Ortsmitte Kartung abbiege.

Der ist langsam zu fahren und atmet dörfliches Odeur.
Kurz vor Kartung verläuft der Weg durch enge Gartenparzellen, die nicht umfriedet sind.
Die Dörfler sitzen am Weg und haben auch ihre Autos drauf stehen. Vielleicht trifft man auch einen fetten Bauern beim Mähen.

Gelegenheit also zu Begegnungen: hier sagt man sich nämlich Guten Tag, wenn man vorbei kommt!

Der Weg am Bach mündet im Ort in die Kartunger Straße, welche wenige Häuser weiter die Rheintalbahn unterquert.
Man muß als Radfahrer die Unterführung auf einem schmalen Gehsteig durchqueren, wenn man auf der anderen Seite der Bahn Richtung Norden/Gewerbegebiet abbiegen will.
Wenn da Leute laufen oder fahren, muß ich anhalten und absteigen.

Ich biege dann an die Bahngleise ab, wo ich oberhalb der Unterführung auf einem schmalen Radweg ins Industriegebiet Sinzheim Nord fahre.
Bei Gegenverkehr durch Fußgänger muß man wegen Baustelle z.Z. auch absteigen, und hier kommen öfter Fußgänger vor.

Es geht eine Gewerbestraße der Bahn entlang, nach acht abends ist dort nichts mehr los.
Vor den noch spät frequentierten Einkaufszentren gibt es einen schmalen Fußweg in die Böschung der Straßenüberführung über die Bundesstraße 3. Den nehme ich.

Möchte man nämlich die B 3 ebenerdig Richtung Baden-Baden überqueren, müßte man als nackter Fahrradfahrer mitten im Verkehr in der 6-spurigen 'Real-Kreuzung' vor der Ampel warten (zwei mal).
Darauf verzichte ich lieber.
Die 'Real-Kreuzung' ist ein Unfallschwerpunkt mit mehreren hundert Fahrzeugen pro Stunde.

Stattdessen radel ich die Straßenüberführung Kartung/B3, die sich zwar etwas gebirgig fährt, aber es können keine Massenkollisionen entstehen.

Wenn ich mal gut drauf bin, gibt es auch eine Variante, bei der ich an einer Engstelle doch noch ebenerdig über die B3 flitzen darf.

Ich rolle die Böschung am Rückhaltebecken runter neben die B3, direkt auf den Verkehr zu.
Regelmäßige Begeisterung der Straßenteilnehmer!

An der B3 geht es auf separatem Weg zum Pferdehof am Ortseingang Baden-Badens.
Ich bin besonders präsent für alle und hoffe, daß die Frauen trotz ihrer verständlichen Entzückung auch mal einen Blick auf den Verkehr werfen.

Am Pferdehof verlasse ich die B3 und überquere auf dem Hauptradweg von Sinzheim nach Baden-Baden (Salchenbachweg) den Ausläufer des Fremersbergs.
Dieser hügelige Weg führt durch ein Wäldchen zwischen Autobahnzubringer und Sport- und Gartenanlagen.
Er endet in der Citè, einem großteils leerstehenden Stadtteil von Baden-Baden (oh ja!).

Hier finde ich an einer verödeten Fußgängerbrücke über den Autobahnzubringer ein köstliches Plätzchen zum Auskühlen und Anziehen.

Auf der gesamten Strecke ist abends viel Freizeitverkehr wie Radlergruppen Sport und Feierabend/Familien, Skater, Spaziergänger, Landjugend und alles dazwischen.
Öffentlichkeit ist auf meiner Stammstrecke also garantiert.

Die unmittelbaren Reaktionen sind aber meist verhalten. Applaus genieße ich natürlich ;-)

Da ich jetzt jedesmal nackig fahre, habe ich natürlich auch schon Fans, wie das Rentnerkränzchen, das abends immer auf der Bank am Ortsrand von Hügelsheim, Bruchweg sitzt.
Oder die zwei 13/14-jährigen Jungs, die oft mit dem Rad rund um Kartung unterwegs sind, und mir zurufen: "Schon wieder ?", weil sie es, glaube ich, geil finden. :-)

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Eine allerletzte Verlängerung wäre natürlich traumhaft, erfordert aber eine gewisse Courage und Freude am Gesehenwerden :

Nackig die 'Grüne Einfahrt' raufradeln bis zum Festspielhaus !

Die 'Grüne Einfahrt' ist eine 3 Kilometer lange Steigung auf einer ehemaligen Bahntrasse.
Sie ist parkartig hergerichtet, besteht aber nur aus einem schmalen Streifen neben dem Autobahnzubringer.

Sie dient als Hauptradweg nach Baden-Baden Stadt, aber auch zur Naherholung.
Abends gibts viele Jogger, Radfahrer und Spaziergänger, alle Hunde und alle Kinder sowieso, natürlich auch alle Quartalssäufer.

Die lange Steigung ist recht anstrengend, wenn man vorher schon etwas gefahren ist. Mir macht sie trotzdem immer Spaß.

Sie führt direkt am Gericht und an der Polizeidirektion vorbei, auch das Ordnungsamt liegt am Weg.
Manchmal führt der Polizist seinen Hund dort Gassi.

Am oberen Ende liegt ein Schicki-Biergarten, da kann man bewundert werden.
Dann folgt die Kreuzung der Hauptverkehrsader Schwarzwaldhochstraße vor der Tunneleinfahrt (zwomal Ampelstopp), hinter einer weiteren kleinen Parkanlage liegt das Festspielhaus (Rand Stadtzentrum).

Ich fahre die Grüne Einfahrt angezogen jeden Tag.
Irgendwo muß ja die gute Physis herkommen.
Ich schwitze halt immer wie ein Schwein, wenn ich oben in der Stadt ankomme. Mit Luftkühlung sollte das gleich ganz anders gehen.

Da mal nackig fahren, das wäre ein Traum.
Ich glaube, so ein subtropischer Sommerabend würde sich eignen.

Damit wäre meine Stammstrecke an den Rhein zu 95% nacktifiziert.
Ob das geht ?

Na und ob !

..und zwar so :

Ich konnte diesem famosen Gedanken nicht allzu lange widerstehen, und so habe ich bei erster Gelegenheit auch die 'Grüne Einfahrt' zum Festspielhaus frei zurückgelegt.

Geflohen ist niemand, die Reaktionen beim ersten mal waren mir eher ein bißchen zu verhalten.
Ich fahre auch ziemlich schnell.

Die Fahrt selbst war ein Genuß.

Aber die Badner lassen sich da nicht lumpen.
Seit ich begann, diesen Weg täglich nackt zu nehmen, und warum auch nicht, wurden mir Meinungsbekundungen sämtlicher Couleur zuteil.

Jüngere Radler begeistern sich kreischend, walkende Frauen kreischen konsterniert, Väter halten ihren Kindern beim Abendspaziergang die Augen zu, ältere Damen suchen verunsichert nach ihrem Pudel.

An den Straßenkreuzungen hängen alle Augen an mir, obwohl ich schüchtern 4 Meter vorm Gehwegrand auf grün warte.
Ein Fahrlehrer gröhlt sich sein faschistisches Gedankengut über 5 Fahrspuren aus dem Golf.
In den Cabrios vor der Ampel am Michaelstunnel diskutieren bessergestellte Menschen, ob sie es richtig verstehen oder nicht.

Und immer wieder begeisterte Bestürzung und Glückwünsche der Frauen, die hier flanieren oder nachhaus radeln.
Auch einmal ein kleiner Gedankenaustausch mit Menschen, die eben grade mit dem Freifahren liebäugeln.

An der Strecke liegt allerdings auch der zentrale Busparkplatz für die Innenstadt.
Wenn im Festspielhaus Veranstaltung ist, und dann drängeln mir 120 italienische Bustouristen entgegen (zweimal Ampel), habe ich ein Problem.

Auch die Zunft des Buspersonals hält sehr auf die öffentliche Ordnung und läßt, wie ich nun weiß, eine Besudelung derselben nicht ohne Geschrei durchgehen.
Ich fahre entschlossen daran vorbei !

Am Ende der Stadteinfahrt entlohnt uns das Echo aus dem Biergarten 'Hildegard's', der direkt in den Radfahrweg hineinbaut, für die Mühen des Aufstiegs.
Die Konsumenten brauchen eine Sekunde, bis ihr Fokus über die Salatschüssel findet, und dann heißt es: "OHHHH - ein Spanner !! Guckma!"

Anzieh- und Auskühlpunkt ist knapp vorm Festspielhaus, wo die Stadt mir Bänke zum bequemen Umkleiden aufstellte.

Schlußwort der unerfüllten Dame, die neulich ihren langweiligen Gatten in Höhe Einmündung Rheinstraße ausführte (Abend gerettet!):

" S c h i c k ! "

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