World
Naked
Bike Ride
12. Juni
2010
Karlsruher
Radtour
2009
Schöne
Berichte
Oftmals
gestellte

Fragen
Guter
Rat
Herrliche
Bilder
Empfeh-
lenswerte

Websites
Kontakt
& Be-
schwerden
English
Section
MSX 105

Gepäckträgertaschen SL 55 ELEGANCE NB
nacktradeln.de
Nackig Radeln überall

Stadt und Land - überall nackig !!

von und mit Rainer


Ich hatte so gute Anstöße im Juli, daß ich jetzt meine Stammstrecken mit dem Fahrrad fast komplett nacktifiziert habe, und dadurch einige 100 nichttextile Kilometer zusammen bekam, vor allem auch innerorts und auf vielbefahrenen Wegen.

Während der Hitzeperiode, die zum Ablegen aller Kleidung natürlich herausfordert (bin auch zuhause immer nackig), fahre ich täglich von Baden-Baden an den Kriegersee in Söllingen, um dort bis zum Abend auszuharren.

Aus- und Anziehpunkt sind nun vorverlegt in die Stadt, nachdem ich Nacktradeln dort schrittweise erprobt habe (aus: Cité/Stadtrand - an: Festpielhaus/Innenstadt).

In der Mittagshitze, wenn ich durchstarte, ist das öffentliche Leben ohnehin gelähmt, ich begegne weder in Baden-Baden Stadt noch auf meinem Weg durchs Gewerbegebiet Sinzheim mit mehreren Einkaufszentren allzuvielen Leuten. Ich umfahre den Hauptverkehrsstrom.

Im Tierfreß- und im Kinderspielmarkt sind auch mittags einige Kampfshopperinnen unterwegs, deren Kinderschar mich unverzüglich im fließenden Verkehr entdeckt.

Kinder freuen sich, wenn sie irgendwo einen ausgezogenen Menschen finden, wo sie es nicht erwarten - ist ja auch lustig.
Mama dagegen hat ihnen das Nackiglaufen draußen strenge verboten.

Auch wird immer viel gekichert, wenn kleine Mädchen auf der Straße zusammenstehen und sich langweilen.
Da ist so ein ungewöhnlicher Verkehrsteilnehmer das beste Fernsehprogramm.

An der langen Bundesbahn-Streckenbaustelle mit Dutzenden von Arbeitern hatte ich nie Schwierigkeiten, obwohl ich an und für sich mit Pöbeleien gerechnet hatte (Baustellen: Achtung!).

Wegen der Hitze ruhte der Betrieb teilweise und die verbliebenen Arbeiter, denen ich teils auf zwei, drei Meter nahe komme, haben mit 38° und praller Sonne genug zu kämpfen.
Also eher freundliche Kommentare und etwas Neid.

Ich mußte nur aufpassen, selbst keinen Stich zu kriegen.
Sport bei diesen Temperaturen ist was für Trainierte, und Vorsicht gehört dazu.

Ein paar dutzend Polen auf einem Erdbeerfeld beim Baden-Airport wurden mitsamt Vorarbeitern schnell meine Freunde. Wann hat man schon mal Abwechslung bei der Ernte?
Egal, wann ich dort vorbeikam, irgendeiner war immer da und winkte vom Acker.

Insgesamt haben mich in den letzten Wochen viele 1000 PKW-Insassen gesehen, natürlich auch Linien- und Ausflugsbusse, LKW, Fahrschule, Eismann, Rettung, Feuerwehr, THW, Grüne..

Man gewöhnt sich an das Gesehenwerden und fährt aber auch bewußter im Verkehr.

Es ist Ehrensache, daß ich zurückgrüße, wenn es Beifall gibt.
Den gibt es gerade auf den Autostraßen sehr oft, manchmal richtige Jubelausbrüche (die Twens sind das, die sich so freuen).

Wichtig für mich ist, daß ich den Autoverkehr durch meine Bekleidung nicht gefährde.
Mein nackter Arsch ist für Autofahrer tags sehr auffällig und ich möchte nicht, daß durch ihn jemand zu Schaden kommt.

Manche Fahrer möchten den Genuß noch etwas ausdehnen und bremsen nicht nur herunter, sondern halten an, wenn es geht, um den Nacktradler nochmal zu überholen.
Ganz Hingerissene schleichen hinterher (auf Nebenstrecken) oder drehen eine Runde.
Das muß man sich gefallen lassen oder die Hose anbehalten.

Am See hat es sich teilweise herumgesprochen, daß ich so anreise, wie ich dort ankomme; deshalb gelte ich nun als unseriös - bei den anständigen Ausgezogenen. Die jüngere Jugend findet es aber cool.

Auf der Heimreise ist auf den Straßen viel Rad- und Fußgängerverkehr.
Man lernt, alle Begegnungen zu meistern.
Auch wenn der Weg versperrt ist, weil zu viele Radler sich kumulieren, die alle dann abbremsen und sich gegenseitig auf das ungewöhnliche Ereignis aufmerksam machen.

Nackig fahre ich ca. 20 km/h auf Rad- und Feldwegen, evtl. etwas weniger. Das genügt, um Begegnungen kurz zu halten.
Ich provoziere nie, indem ich Gegenverkehr oder Fußgängern in die Augen schaue, nachsehe oder gar den Hampelmann mache.

Ich fahre auch nackt als schneller, aber umsichtiger Tourenpilot. Den Gegenverkehr checke ich auf 20 m ganz kurz.
Wenn jemand freundlich grüßen möchte, grüße ich zurück, ansonsten sehe und höre ich gar nichts.
Aber über die hinterher einsetzende Diskussion: 'Hasch den gesehe..?' (Hast du den gesehen?) freue ich mich immer..

>>>

In der Stadt zieht man nackig alle Blicke auf sich.
Die Augen dort sind suchender.
Wer das nicht aushält, muß angezogen fahren.

Ich radle jetzt täglich die ca. 3 km lange Haupteinfahrt bis zum Festspielhaus nackig hoch.
Eigentlich in der Erwartung, daß ich irgendwann mal gestoppt werde. Die aber wurde enttäuscht.

Fahre ich noch bei Tageslicht, und stehe an der langphasigen Fußgängerampel am oberen Teilstück, warten mir gegenüber und hinter mir 4,5,6 oder 10 Radler und Fußgänger auf Grün.
Es sind Berufstätige, so Behörden- und Kanzleimenschen, die gern mit dem Fahrrad ins Büro fahren, Touristen und Leute mit Hund.

Obwohl man sicher sein darf, daß ein Teil davon überhaupt nicht nachvollziehen kann, worum es da eigentlich geht, und dies mit mißbilligenden, zweifelnden Blicken zum Ausdruck bringt, sind die nachmittäglichen Stadtmenschen wohlerzogen und pöbeln nicht herum.

Solche massiven Begegnungen sind natürlich eine Prüfung, aber nach dem ersten Mal geht es prima.

Im übrigen mag ich es auch, wenn nur ich nackig bin - ihr habt es ja längst erraten :-)

Ein übergroßes Aufmerksamkeitsbedürfnis strapaziere ich aber gar nicht. Ich halte die Aufmerksamkeit aus und bin nett - that's all !

Am belebteren stadtnahen Teil dieser parkartigen Stadteinfahrt, wo Leute mit Hund Kontakt pflegen, Senioren vegetieren, Touristen promenieren und Buspersonal sich auf der Wiese fläzt, gibt es schon Aufsehen.Ich höre dann so ein Raunen.
Weil ich schnell fahre (16-18 km/h auch im belebten Park), machen aber alle immer Platz, ohne daß ich klingeln müßte.

Ist mir mittlerweile selbstverständlich geworden, nackig durch eine so belebte Anlage zu fahren.

Von den vielen 1000 Begegnungen, die ich jetzt in den letzten Wochen hatte, waren nur ganz verschwindend wenige erkennbar negativ.
Das liegt auch daran, daß man nur den spontanen Teil einer Publikumsreaktion mitbekommt, z.B. nicht, was in den vielen vorbeifahrenden Autos geschimpft wird.

Bei den bemerkbaren Reaktionen sowohl inner- wie auch außerorts überwiegt aber das positive Erstaunen und die Zustimmung.

Vor 20 Uhr sind Pöbeleien eher zu erwarten als danach, weil die Faschos dann mit Flaschenbier gerüstet am Fernsehkasten sitzen.
Das Abendpublikum ist generell aufgeschlossener.

Und nun zur Jugend :-)

Also, von jungen Leuten wurde ich nicht ein einziges Mal angepöbelt, obwohl diese auf der Straße die Mehrheit darstellen.
Insgesamt haben mich diesen Sommer mehrere 100, oder bestimmt über 1000 Jugendliche nackt auf dem Fahrrad gesehen.
Die sind immer spontan begeistert - es stimmt !

Ganz selten mal von besonders wohlbehüteten jungen Menschen einen erstaunten Blick - und ich erkäre dann: 'Geht alles !'.

Die Pöbler, die Faschos, das sind Männer zwischen 30 und 60, die wissen, wo du dir deine Meinung bildst.
Also ich muß sagen: Das geht mir am Arsch vorbei.
25 Stundenkilometer von hinten..

Doch auch jüngere Frauen mit Kind schauen oft sehr böse, obwohl sie nie laut werden.
Brutverteidigungsinstinkt, glaube ich :-)

Wenn ich an Ampel oder Abbiegung stehe, werde ich manchmal gefragt, warum ich das mache und wie es so ist.
Es gab wiederholt Interesse, es mir gleichzutun.

Abgesehen davon, habe ich bestimmt etliche nächtliche Nacktradfahr-Mutproben der Jugend und unbekleidete Radausflüge der ganz Kleinen ausgelöst.

Wenn man einmal mit dem Nacktradeln angefangen hat, möchte man gar nicht wieder aufhören.

Schon allein deshalb ist es für mich bequemer, mich mit der zweifelnden Öffentlickeit auseinanderzusetzen, als anzuhalten, auszuschwitzen und mir zwickende Hosen anzuziehen.

Ein kurzes Stück durch die Innenstadt bis zu mir in der Fußgängerzone komme ich aber nicht umhin, mir was überzuwerfen.
Obwohl ich spätabends sogar dort nackig direkt unter die Dusche radeln könnte, weils nicht so ins Auge sticht, glaube ich, daß ich früher oder später mal gestoppt würde.
Die Badener Innenstadt wird wegen den 'Werten' observiert.

Als Kurstadt haben wir hier aber auch eine 'gehobene Atmosphäre'.
Obwohl die Badekur nackt stattfindet, würde informelle Nacktheit in der Innenstadt als der Örtlichkeit zuwiderlaufend empfunden.
Das kann ich respektieren. Ich bin kein Radikaler.
Also immer Hose auf den letzten Metern auch ohne obrigkeitlichen Zwang.

Nackigradeln im Sommer:

Fantastisch - ich empfehle es !!

biking